In dieser Jubiläumsfolge blicken Gastgeber Mario Haller und Veronika Stepan auf 50 Jahre Lilly Österreich und ihre jeweils über 20-jährige gemeinsame Reise im Unternehmen zurück – von hierarchischen Strukturen und analogen Zeiten hin zu moderner, flexibler Teamarbeit mit KI-Tools wie Copilot. Sie sprechen offen über Vereinbarkeit von Familie und Führungsaufgaben, veränderte Erwartungen jüngerer Generationen und warum geteilte Verantwortung zwischen Frauen und Männern entscheidend ist. Gleichzeitig zeigen sie, wie stark sich Transparenz, Regulierung und das Rollenverständnis der Pharmabranche gewandelt haben – hin zu mehr Dialog, Aufklärung und dem Anspruch, als Teil der Lösung im Gesundheitssystem wahrgenommen zu werden.
Diese Folge von "Wirkstoff Mensch" wurde im Wiener Headquarter von Lilly Österreich aufgenommen und markiert den 50. „Geburtstag“ des Unternehmens – Anlass für einen persönlichen und zugleich sehr ehrlichen Rückblick von Veronika Stepan (Führungsteam Lilly Österreich) und Gastgeber Mario Haller (Geschäftsführer Lilly Österreich). Bei Moderatorin Birgit Fenderl erzählt Veronika Stepan, wie aus einer Blindbewerbung in den 1990er-Jahren zunächst eine Absage wurde, bevor sie mit viel „Bauchstimme“ doch zu Lilly wechselte – und dort seit 25 Jahren immer neue Aufgaben und Entwicklungschancen gefunden hat. Mario Haller schildert seine Anfänge Anfang der 2000er-Jahre in einer stark hierarchisch geprägten Organisation mit „sechstem Stock“, Vorzimmerdamen und wöchentlichen Freitags-Meetings – und wie sich Führung seitdem in Richtung Vertrauen, Beteiligung und „Fördern und Fordern“ verändert hat. Ein Schwerpunkt der Folge ist die Vereinbarkeit von Karriere und Familie: Stepan berichtet, wie sie wenige Monate nach der Geburt ihres Sohnes in eine Führungsrolle zurückkehrte, warum Unterstützung durch den Partner entscheidend war und weshalb sie sich in Österreich mehr partnerschaftliche Teilzeit-Modelle nach skandinavischem Vorbild wünscht. Haller reflektiert ehrlich, dass er selbst nicht in Karenz gegangen ist, seine Kinder ihn trotzdem als präsenten Vater erlebt haben, er aber manche frühe Meilensteine verpasst hat – und was er im Rückblick anders machen würde. Beide sprechen über die neuen Arbeitsrealitäten mit Homeoffice, flexiblen Arbeitszeiten, „Me-Time“ und verschiedenen Generationen im Team und darüber, dass es weniger um starre Modelle wie die Vier-Tage-Woche geht, sondern um klare Grenzen, gemeinsame Spielräume und gute Teamabstimmung. Im zweiten Teil der Folge geht es um die Entwicklung der Pharmabranche: mehr Regulierung und europäische Verfahren, aber auch deutlich gestiegene Transparenz bei Studiendaten, ethischem Verhalten und dem Umgang mit Ärzt:innen – sowie den Wunsch, als vertrauenswürdiger Mitgestalter im Gesundheitssystem gesehen zu werden. Zum Schluss richtet sich der Blick nach vorne: Stepan beschreibt, warum sie die Pharmabranche trotz aller Komplexität als „wahnsinnig spannendes, dynamisches Umfeld“ erlebt, in dem neue Medikamente ganz konkret das Leben von Menschen mit chronischen Erkrankungen verändern, und Haller unterstreicht, dass Sinnhaftigkeit und der gemeinsame Wunsch, Patient:innen zu helfen, der wichtigste Antrieb für sein Team bleiben. Im Mythen-Check klärt Haller außerdem, warum KI die Pharmaforschung nicht überflüssig machen wird, sondern als starkes Analyse- und Entdeckungstool vor allem dann wirksam ist, wenn Mensch und Maschine gut zusammenspielen – beispielhaft an Covid-Forschung und einer aktuellen KI-Kooperation von Lilly mit Nvidia.
Links zur Folge:
#5 "Ich lebe wahnsinnig gern!" - Der Kampf von Andrea Kdolsky gegen den Krebs