Jede achte Frau in Österreich erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs – eine Diagnose, die nicht nur die Betroffenen, sondern auch Partner:innen, Kinder und Kolleg:innen erschüttert. Bei Moderatorin Birgit Fenderl erzählt Breast Care Nurse Daniela Dohnal-Suvajac, wie sie Patientinnen und Angehörige vom Diagnosegespräch über Operation, Chemo- und Strahlentherapie bis zur Rückkehr in den Alltag begleitet. Ein Gespräch über Angst, Körperbild, Sexualität und Früherkennung – und darüber, warum ein Mensch in solchen Situationen einfach einen anderen Menschen braucht.
Daniela Dohnal-Suvajac ist diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, pflegerische Stationsleiterin am Landesklinikum Mödling und Breast Care Nurse – eine Weiterbildung, die in Österreich seit 2009 nur am Ausbildungszentrum West in Innsbruck angeboten wird. In dieser live vor Publikum und im Stream aufgezeichneten Folge von "Wirkstoff Mensch" schildert sie bei Moderatorin Birgit Fenderl, warum nach dem ärztlichen Diagnosegespräch meist nur ein Satz hängen bleibt – „Ich habe Krebs“ – und wie wichtig ein zweites Gespräch ist, um Missverständnisse aufzuklären und Ängste zu nehmen. Sie beschreibt, dass sich Patientinnen der Pflege oft leichter anvertrauen, und sieht im Zusammenspiel von Ärzt:innen, Pflege, Psychoonkologie und Diätologie eine große Ressource für das gesamte Behandlungsteam. Die Ängste sind so unterschiedlich wie die Lebenssituationen: Nicht jede Frau fürchtet zuerst um ihr Leben – viele sorgen sich um Kinder und Angehörige, den Arbeitsplatz, den Haarverlust oder das veränderte Körperbild nach einer Operation. Angehörige sind für sie eine wichtige Stütze, etwa beim Beobachten von Nebenwirkungen zwischen den Therapien – sie sollten Sorgen ernst nehmen statt zu beschwichtigen und sich auch selbst Hilfe holen. Offen spricht Dohnal-Suvajac über Sexualität und Partnerschaft, über die Frage, ob Weiterarbeiten während der Therapie guttut, und über Versorgungslücken in der Nachsorge, sobald Patientinnen nicht mehr aktiv im Krankenhaus behandelt werden. Ein Schwerpunkt ist die Früherkennung: Sie erklärt Schritt für Schritt die monatliche Brustselbstuntersuchung und erinnert an das österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm mit Mammographie alle zwei Jahre. Zum Schluss erzählt sie, was sie an ihrer Arbeit am meisten berührt – die Kraft und Selbstlosigkeit, die Frauen nach einer Diagnose aufbringen – und warum für sie feststeht: „Ein Mensch braucht einfach einen Menschen.“
Links zur Folge:
Brustkrebs-Früherkennungsprogramm
Weiterbildung Breast Care Nurse (AZW Innsbruck)