In dieser Folge von „Wirkstoff Mensch“ erzählt Physiker und Science-Busters-Mitbegründer Werner Gruber, wie er nach einer lebenslangen Geschichte mit Übergewicht und einer frühen Hormontherapie 85 Kilo durch eine bariatrische Operation verloren hat und wieder ein normales Sättigungsgefühl erlangte. Er erklärt, warum Adipositas eine chronische Erkrankung mit vielfältigen Ursachen ist, die weit über „zu viel essen“ hinausgeht und eng mit Hormonsystem, Schlaf, Bewegung und Lebensumständen verknüpft ist. Gemeinsam mit Gastgeber Mario Haller und Moderatorin Birgit Fenderl spricht er über Stigmatisierung, den Umgang des Gesundheitssystems mit Adipositas und die Bedeutung von Aufklärung und echter Unterstützung.
In dieser Folge von „Wirkstoff Mensch“ spricht Physiker und Science-Busters-Mitbegründer Werner Gruber bei Moderatorin Birgit Fenderl sehr persönlich über seine Geschichte mit Adipositas – von der Hormontherapie im Kindesalter bis zur Entscheidung für eine Magenbypass-Operation. Er beschreibt, warum Diäten meist scheitern, wie das Fress- und Sättigungszentrum im Gehirn ein höheres Körpergewicht „nachreguliert“ und weshalb langfristige Gewichtsreduktion für viele Menschen ohne chirurgische oder medikamentöse Hilfe kaum erreichbar ist. Gruber schildert eindrücklich, wie sich nach der Operation sein Sättigungsgefühl, seine Essgewohnheiten und sogar sein Geschmackssinn verändert haben – inklusive überraschender Effekte bei Zucker-Fett-Kombinationen und Alkohol. Im Gespräch wird deutlich, dass Adipositas eine chronische Erkrankung ist, die mit Folgeerkrankungen verbunden sein kann und dennoch in Österreich noch immer häufig nicht als solche anerkannt wird. Lilly Österreich Geschäftsführer Mario Haller und Werner Gruber diskutieren, wie Stigmatisierung und das Vorurteil der „Willensschwäche“ Betroffene zusätzlich belasten und warum ein respektvoller, informierter Umgang in Schule, Medizin und Gesellschaft so wichtig ist. Thema ist auch, wie Hausärzt:innen Patient:innen begleiten können – von der Einschätzung der individuellen Situation über Zweitmeinungen bis hin zur Vermittlung an spezialisierte Adipositassprechstunden. Gruber gibt praktische Einblicke in den Alltag nach bariatrischer Chirurgie, von Essensplanung und Reisen bis zu körperlichen Einschränkungen in den ersten Monaten. Im abschließenden Mythenteil wird zudem der verbreitete Vorwurf entkräftet, Pharmaunternehmen wollten Menschen mit immer neuen Medikamenten abhängig machen – stattdessen stehen Sicherheit, Nutzen und kontinuierliche Überwachung von Arzneimitteln im Vordergrund, besonders bei chronischen Erkrankungen.